
Steckbrief
- Herkunft: wahrscheinlich Zentralasien (Iranosphäre)
- Seit wann: Blätter und Samen mind. 3000 Jahre, Wurzel mind. 2000 Jahre
- Teil der Pflanze: Wurzel (Blätter auch essbar)
- Familie: Doldengewächse, verwandt mit Pastinake, Petersilie, Koriander, Kreuzkümmel, Fenchel, Anis, Dill
- Farbe: weiß, gelb, orange, rot, lila. Letztere wahrscheinlich die Originalfarbe, das Orange verdanken wir unseren niederländischen Nachbarn.
- Essbar: roh und gekocht
- Guter Lieferant für: Kalium, Carotin, Eisen, Vitamin A, Vitamin K
- Verbreitung/Anbau: weltweit
- Ernte: zusammen mit Speiserüben (?!) 45 Millionen Tonnen. China ist der größte Produzent, in weitem Abstand folgen Usbekistan, Russland und die USA.
- Verträgt sich gut mit: Kreuzkümmel, Orange, Zitrone
Bei den Oscars gibt es Preise für Nebendarsteller. Klingt unwichtig, interessiert wenige. Im Englischen nennt man das eine “supporting role”. Eine die Hauptdarstellerinnen unterstützende Rolle. Was wäre Hugh Grant ohne seinen schrägen Mitbewohner Rhys Ifans in Notting Hill? Stinklangweilig. Und Catherine Zeta-Jones ist in Chicago so großartig, dass ich komplett vergessen hatte, wer die Hauptrolle spielt (Renée Zellweger). Mein Oscar for a supporting role goes to:
Karotten, Möhren, gelbe Rüben
Karotte ist Bestandteil eines italienischen Sofrittos (plus Zwiebeln und Stangensellerie), verwandt mit deutschem Suppengemüse. Nur wird Sofritto angeschwitzt, während das Suppengemüse in Wassser/Brühe gekocht wird. In Frankreich heißt das Pendant Mire poix und enthält Wurzel- statt Stangensellerie.
In meinem Bestreben, weniger fleischlastig zu kochen, setze ich Karotten sehr gern in Schmorgerichten ein: in eine nordafrikanische Tagine mit Lamm und Trockenfrüchten passen die süßen Möhren gut. Aber auch in weniger süß-betonten Eintöpfen wie Bœuf Bourguignon schmecken sie gut.
Karotten sind gefällig. Polarisieren kaum. Allerdings tauchen sie in den Indexen von Kochbüchern selten auf. Dabei gibt es wenige Kochbücher auf dieser Welt, die ohne sie
auskommen.Ich liebe Karotten, roh. Gekocht eher weniger. Sie sind DAS ganzjährige Gemüse, obwohl Jahreszeiten heute eigentlich egal sind, zumindest im Bereich unserer gepamperten westlichen Zivilisation.
Karottenrohkost mit Gomasio-Soja-Dressing
2 große Karotten, 1 grüne Paprika
Dressing: 1-2 TL Gomasio, 1-2 EL Olivenöl , 1-2 EL Soja-Sauce
Karotte raspeln, Paprika in dünne Streifen schneiden. Beides in eine Schüssel geben und das Dressing darübergießen und vermischen. Die ganze Angelegenheit ist durch das Gomasio (geröststes Sesam mit Salz) und die Soja-Sauce recht salzig. Wer salzarm isst, sollte sich lieber im Gebrauch des einen oder anderen zurückhalten.
Freunde von uns in Osnabrück, bei denen wir dieses Dressing kennengelernt haben, verwenden es als ganz normales Salatdressing, die Abwandlung für Karottenrohkost habe ich bei uns eingeführt, als meine Tochter einmal Würmer hatte und mir geraten wurde, ihr möglichst viel Rohkost und insbesondere Karotten zu verabreichen, weil das Gewürm dies überhaupt nicht schätzt. Und da das arme Kind bald keine Karotten mehr sehen konnte, machte ich ihr diesen Salat, den sie gerne aß, weil sie Salziges liebt.
Karotte mit Apfel
- 2 Karotten
- 1 Apfel
- etwas Zitronensaft
- 1 TL Agavendicksaft oder Honig
Karotten raspeln, Apfel reiben, etwas Zitronensaft darüber auspressen und den Agavendicksaft darunter mischen.
Man kann auch den Agavendicksaft weglassen (der Apfel gibt schon etwas Süße). Dann ist diese Rohkost auch für die oben erwähnte Wurmkur geeignet, denn den Zucker (also auch Agavendicksaft) schätz das Gewürm leider sehr.

Im Uhrzeigersinn: Karotten mit Joghurt, Karotte mit Apfel, Karotten zentralasiatisch
Usbekischer Karottensalat
Der ist teilweise dem Salat von Uzbek eats nachempfunden und teilweise aus dem Kochbuch Samarkand.
- Karotten, geraspelt
- Kümmel
- Koriander
- Sesam
- Knoblauch
- Apfelessig, Reisessig
- Chili
- Frischer Koriander
- Salz und Pfeffer
100000e Koreaner flohen vor der brutalen japanischen Besatzung in die Sowjet Union (ich wusste nicht einmal, dass Korea an die ehemalige UdSSR grenzte), die wiederum einen großen Teil der Koreaner in die SR Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan deportierten. Dort wollten die Koreaner Kimchi machen, hatten dazu aber nicht (genug?) Kohl, und so nahmen sie stattdessen Karotten.
Karotten mit Joghurt
Olivenöl, Kümmel, Kurkuma, Knoblauch, Salz und Pfeffer, Dill
Karotten schälen (wenn nötig) und kurz über mittlerer Hitze in Olivenöl anbraten, nach 3 Minuten Kümmel hinzufügen, nach einer weiteren Minute Kurkuma, Salz und geriebenen Knoblauch. 1-2 Minuten rührend weiterbraten.
In einer Schale mit dem Joghurt mischen. Pfeffern und mit Dill bestreuen.

Gefüllte Karotten, Karotten mit Linsen