Levantinisch – Persisch – Indisch

Die Kombination von Hülsenfrüchten und Getreide liefert Protein (mehr Info unter dem Rezept)*, ist billig und unkompliziert zuzubereiten.  Schmecken tut’s auch. 

Ich habe mir drei Gebiete angeschaut, wo man gern Linsen mit Reis isst: die Levante, Persien und Indien.  

Nicht gleich anfangen zu kochen, seht euch zuerst unten die Gewürze an, die je nach Gegend variieren. 

Die bequemste Zubereitung ist im Reiskocher. Ihr könnt sie auch in einem Topf kochen, oder wer es eilig hat, kocht sie parallel in 2 Töpfen, hat dann aber etwas mehr Abwasch. 

Ausnahmsweise die amerikanische Kochmethode nach Volumen:

1 Tasse Linsen mit 2 Tassen Wasser in den Reiskocher geben. Ich nehme braune Linsen und Basmatireis. 

Für 2 Personen reicht eine altmodische Kaffeetasse aus Omas Kaffeeservice.  

Eine Viertelstunde kochen, dann probieren. Die Linsen sollten gut al dente sein, aber gerade noch so hart, dass man sie noch nicht essen würde.  

Dann ebenso viel Reis und noch 2 Tassen Wasser dazugeben, würzen (wie, siehe unten). Den Reiskocher sein Ding machen lassen. 

Dazu Röstzwiebeln

Das wäre das Grundrezept. Die Mengen der Zahl der Mitesser anpassen, und entsprechend auch die Kochzeit. 

Euch sind das zu viele oder zu wenig Linsen bzw. Reis? Auch das könnt ihr ändern, es muss nicht 1:1 sein.  

In der Levante heißt das Gericht Mujadarra oder m’jadara oder mjadarrat oder ganz ähnlich je nach Region: gewürzt wird nur mit Kreuzkümmel, oder es kommen auch Zimt und/oder Piment, u/o Koriander, Kurkuma dazu. Oder nehmt Baharat, eine Gewürzmischung. In den Golfstaaten wird auch Currypulver verwendet. Dazu gibt es Salat und einen angemachten Joghurt, z.B. mit Gurke und Minze in Zazikimanier.  

Persische Variationen enthalten Rosinen oder Datteln und Mandeln. Manche mischen auch Safran hinein. Samin Nosrat, eine amerikanisch-iranische Köchin und Autorin, erinnert sich gern an die Rosinen im Addas Polo, das war wie Nachtisch als Lunch, sehr kinderfreundlich. Die traditionelle persische Zubereitung ist aufwendiger. Ich umgehe sie. Kein Tadigh, die knusprige Reisschicht am Boden des Topfes. 

In Indien wird statt Linsen Dal verwendet, Dal sind geschälte, halbierte Hülsenfrüchte, z.B. Kichererbsen (chana dal) oder Mungbohnen (moong dal). 

Weitere Variationen: in der Levante statt Reis grober Bulgur. Der Palästinenser Sami Tamimi schlägt auch Frikkeh vor (grüner, gedarrter Weizen – sehr ähnlich wie Grünkern). Zypern glänzt mit Knoblauch, Kreuzkümmel und Sauerkirschen. In Oman habe ich rote Linsen gefunden. 

*Schon Anfang 1971, als es noch gar nicht um den Klimawandel ging (der Club of Rome arbeitete gerade an seiner Studie zu den Grenzen des Wachstums), wies Frances Moore Lappé in Diet for a small planet (1978 ins Deutsche unter dem umständlichen Titel: die Öko-Diät: wie man mit wenig Fleisch gut isst und die Natur schont übersetzt) auf diese Möglichkeit der Proteinaufnahme hin. Ihre Sorge war damals die Überbevölkerung der Erde und der daraus resultierende Hunger – meinte sie zumindest, bis sie zu ihrem Entsetzen herausfand, dass die Menschen hungerten, obwohl in ihrer Heimat genug Nahrung angebaut – aber ungerecht verteilt – wurde. Sogar der ehemalige Präsidentschaftskandidat Hubert Humphrey (er verlor gegen Nixon) behauptete, wenn alle Amerikaner einen Hamburger die Woche weniger essen würden, wäre das Hungerproblem besiegt. 

Meine Mutter, die das Buch gelesen hatte, impfte mir ein: Getreide und Hülsenfrüchte. Also Baked Beans mit Brot, Couscous mit Garbanzos (das Wort Kichererbsen lernten wir erst Jahre später). Mit Linsen habe ich mich damals noch nicht anfreunden können.